Nachhaltigkeit im Handel

Nachhaltigkeit

Auch wenn der Begriff "Nachhaltigkeit" noch lange kein Allgemeingut im Sprachgebrauch ist, handeln dennoch viele Handelsunternehmen bereits nachhaltig. Auseinandersetzungen mit Nachhaltigkeit haben sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Handel etabliert, in dem z. B. bereits 1999 ein runder Tisch eingerichtet wurde, an dem u. a. Vertreter des HDE, von Einzelhandelsunternehmen, des Bundesumweltministeriums zusammenkamen, um gemeinsame umweltpolitische Ziele und Leitlinien zu beraten.
Nachhaltigkeit bedeutet aber nicht nur Umwelt, sondern wird heute als ein Zusammengehen von drei Aspekten gesehen:

  •      Ökologie,
  •      Ökonomie und
  •      soziale bzw. gesellschaftliche Verantwortung

Nachhaltigkeitsberichte als sichtbarster Ausdruck des Umgangs mit Nachhaltigkeit haben bei deutschen Handelsunternehmen, wie z. B. von memo, Otto, Metro, Karstadt, dm, Alnatura, REWE, tegut, Budnikowski, Edeka, Tchibo, Max Bahr usw. bereits Tradition und verweisen auch auf die Vorreiterrolle des deutschen Handels gegenüber europäischen Wettbewerbern. Aber auch bei mittelständischen und kleinen Handelsunternehmen schreitet die Integration nachhaltiger Sortimentspolitik, nachhaltiger Betriebsführung und sozialer Verantwortung in die Unternehmensführung voran. Zahlreiche Initiativen unterstützen diesen Prozess, wie z. B.:

  • die Selbstlernkurse für Mitarbeiter/Azubis oder Führungskräfte unter "Nachhaltigkeit im Handel"(http://elearning.zbb.de),

NACHHALTIGE SORTIMENTSPOLITIK

Immer mehr Kunden achten neben Preis und Qualität zunehmend auch auf Produkteigenschaften wie Regionalität, ökologisch vertretbare Herstellung, Gesundheit. Deutsche Handelsunternehmen kennen die Ansprüche ihrer Kunden und erhöhen ihr Angebot an nachhaltigen Produkten, arbeiten intensiver mit ihren Lieferanten zusammen, prüfen sogar teilweise die sozialverträgliche Herstellung in den Herstellerländern.
Der Absatz nachhaltiger Produkte hängt aber in großem Maße von der Nachfrage durch die Kunden ab. Nachhaltigen Konsum, die Verantwortung jedes einzelnen Kunden können die Handelsunternehmen nur indirekt beeinflussen. Denn jeder Kunde entscheidet selbst, was er wann, wie und wo kauft. Die Handelsunternehmen unterstützen hier gemeinsame Initiativen mit den Verbraucherverbänden wie z. B.:

NACHHALTIGE BETRIEBSFÜHRUNG

Energieeffizienz, Energiemanagement, Klimaschutz, gesetzliche Regelungen imKreislaufwirtschafts- und Abfallrecht, die Verpackungsverordnung - deutsche Handelsunternehmen setzen sich schon mit einer Vielzahl von Anforderungen auseinander, so dass durch die bereits geleisteten Maßnahmen und Initiativen eine breite Ausgangsbasis für nachhaltige Betriebsführung im europäischen Vergleich erreicht wurde. Das Ausschöpfen von Potentialen bei der Optimierung der Lieferkette, das Erkennen von Einsparpotentialen beim Energie- und Wasserverbrauch, die Einbeziehung neuester Technologien und nicht zuletzt der damit verbundene Imagegewinn bei Kunden und Mitarbeitern wird für immer mehr Händler wichtig.

GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG

Handelsunternehmen übernehmen gesellschaftliche Verantwortung jeden Tag allein aus ihrer Stellung zwischen Herstellern und Kunden heraus. Ein Teil der deutschen Handelsunternehmen ist bereits sensibilisiert für die Einhaltung sozialer Standards in der Beschaffung und engagiert sich freiwillig von der Forderung von Mindeststandards wie bspw. Ausschluss von Kinderarbeit über BSCI (Business Social Compliance Initiative, http://www.bsci-eu.org/ ) bis hin zur Ausarbeitung umfassender Lieferanforderungen einschließlich dazugehöriger Kontrollsysteme.
Viele Unternehmen haben erkannt, dass gesellschaftliche Verantwortung auch im Unternehmen selbst ein Wettbewerbsfaktor ist und sie übernehmen stärker als bisher Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Sie belegen dies bspw. durch umweltfreundliche Gestaltung von Arbeitsplätzen, dem Engagement bei gesundheitsfördernden Maßnahmen oder ihrer Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch die Schaffung von Ausbildungsplätzen.
Deutsche Handelsunternehmen engagieren sich in ihrer Nachbarschaft, unterstützen lokale, kirchliche, kulturelle, sportliche Organisationen und engagieren sich freiwillig in CSR-Initiativen.


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