Textilkennzeichnung

Die wichtigsten Inhalte des Textilkennzeichnungsgesetzes

Die Kennzeichnung von Textilien wurde bereits im Jahr 1972 gesetzlich geregelt. Damit wurde der Handel verpflichtet, alle Textilien nach ihrer Materialzusammensetzung auszuzeichnen, wenn mindestens 80 % ihres Gewichts aus textilen Rohstoffen bestehen. Damit sollte eine bessere Aufklärung gegenüber dem Verbraucher erfolgen. Die Vielfalt der Textil Rohstoffe ist in der Regel vom Verbraucher nicht mehr zu durchschauen, zumal er die typischen Eigenschaften häufig gar nicht kennt. Er braucht also unbedingt die fachlich richtigen Erklärungen durch den Verkaufsberater. Im Textilkennzeichnungsgesetz wurde die Pflege und Behandlung von Textilien nicht reglementiert. Im Zweifelsfalle kann sich der Verbraucher aber auf die Aufklärungspflicht des Handels berufen. Deshalb wird in der Praxis die Textilkennzeichnung immer mit der Pflegekennzeichnung verbunden.

Wer muss kennzeichnen?

Wer muss kennzeichnen?

Jeder der gewerbsmäßig Textilerzeugnisse an Verbraucher vertreibt oder zum Verkauf anbietet. Davon betroffen sind nicht nur die Erzeugnisse selbst, sondern auch Muster, Proben, Prospekte und Kataloge. Die Kennzeichnungspflicht gilt nicht für Zeitungsanzeigen und Flugblätter. Außerdem sind einige Textilerzeugnisse von der Pflicht zur Rohstoffangabe ausgenommen, wie z.B. Taschentücher, Reißverschlüsse, Gürtel etc.

Wie muss die Kennzeichnung lauten?

Wie muss die Kennzeichnung lauten?

Das Textilkennzeichnungsgesetz legt die zulässigen Rohstoffbezeichnungen verbindlich fest. Dabei müssen bei den Chemiefasern die "Gattungsbegriffe" (z. B. Polyester) verwendet werden. Markenbezeichnungen (z. B. Trevira) können zusätzlich angegeben werden. Sammelbegriffe wie z.B. "Synthetik" sind nicht zulässig!

Die wichtigsten Bezeichnungen nach dem TKG sind:

  • Wolle (WQ)
    für Fasern vom Fell des Schafes (kann auch Reißwolle sein)
  • Schurwolle (WV)
    neue Wolle, die außerdem nicht faserschädigenden Behandlungen ausgesetzt war
  • Alpaka (WP), Mohair (WM), Lama, Kamel, Kaschmir, Angora
    für Edelhaare der vorstehend bezeichneten Tiere
  • Haar (HR)
    für Haare verschiedener Tiere, die nicht näher bezeichnet werden müssen
  • Seide (SE)
    Fasern von seidenspinnenden Insekten
  • Baumwolle (CO)
    Fasern aus der Samenkapsel des Baumwollstrauches
  • Kapok
    Fasern aus den Schoten der Kapokbäume
  • Flachs oder Leinen (LI)
    Fasern aus dem Bast des Flachsstengels
  • Hanf (HA)
    Fasern aus dem Bast des Hanfstengels
  • Jute (JU)
    Fasern aus dem Stengel der Jutepflanze
  • Sisal (SI)
    Fasern aus den Blättern der Sisalagave
  • Kokos (CC)
    Fasern aus der Frucht der Kokospalme
  • Ramie (RA)
    Fasern aus dem Stengel der Ramiepflanze

Für die Chemiefasern sind nachstehende Bezeichnungen verbindlich

  • Acetat (CA)
  • Cupro
  • Modal (CMD) für regenerierte Zellulosefasern hoher Festigkeit
  • Triacetat (CTA)
  • Viskose (CV)
  • Polyacryl (PAN)
  • Polychlorid (CLF)
  • Polyvinylchlorid (PVC)
  • Modacryl (MAC) modifizierte Polyacrylfasern
  • Polyamid (PA)
  • Polyester (PES)
  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)
  • Polyurethan (PU)
  • Elasthan (EL) elastische Fasern aus mindestens 85 % Polyurethan
  • Glasfaser (GF)
  • Metall (metallisch, metallisiert) (MTF)
  • Kohlenstoff (CF)

Achtung!

Die angegebenen Kurzzeichen nach DIN 60001 sind in der Warenauszeichnung nach TGK nicht zulässig!

Bei Textilien, die nur aus einem einzigen Rohstoff bestehen, muss dieser mit "100%" oder" rein" angegeben werden; Ziereffekte bis zu 7 % des Gesamtgewichts sind dabei zulässig.

Besteht ein Textilerzeugnis aus mehreren Rohstoffen, von denen einer mindestens 85 % des Gesamtgewichts erreicht, so genügt es, nur diese Faserart anzugeben. Allerdings muss der Prozentsatz angegeben sein.

Erreicht kein Rohstoff den Anteil von 85 %, so müssen die jeweiligen Anteile in absteigender Reihenfolge angegeben werden, z. B.

60 % Baumwolle
30 % Polyester
10 % Leinen

Bei Textilien, die aus mehreren Teilen unterschiedlicher Zusammensetzung bestehen, sind die Rohstoffe der einzelnen Teile jeweils gesondert anzugeben, z. B.

Oberstoff: 55 % Polyester, 45 % Wolle
Futter: 100 % Viskose

Formgebende Einlagen, Verzierungen, Garne, Bänder brauchen nicht gesondert angegeben werden. Bei Samten und Fußbodenbelägen genügt es, wenn die Zusammensetzung der Nutzschicht oder des Pols angegeben wird.

Wo muss die Kennzeichnung erfolgen?

Wo muss die Kennzeichnung erfolgen?

Sie kann im Textilgut eingewebt, eingeklebt, angenäht oder mit Faden und Splint angehängt sein. Sie muss nicht unbedingt dauerhaft mit der Ware verbunden sein (also weder wasch  noch reinigungsbeständig), muss aber haltbar angebracht sein. Die Kennzeichnung an einer Verkaufsverpackung (z. B. Bettwäsche, Strumpfhosen) ist zulässig.

Nicht ausreichend ist die Materialangabe auf Rechnungen oder Kassenzetteln!

Neben rechtlichen Problemen im Reklamationsfall (z. B. durch Falschbehandlung) bei fehlender oder falscher Kennzeichnung ist auch der Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit erfüllt, der mit Geldbußen geahndet werden kann.

Das Textilkennzeichnungsgesetz enthält keine Bestimmungen bezüglich Pflege und Behandlung von Textilien!


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