Badteppiche  Materialien

Baumwolle

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Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren des Baumwollstrauches gewonnen wird. Sie besteht hauptsächlich aus Zellulose und besitzt durch das Lumen (Hohlraum) einen großen Lufteinschluss.


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Mit freundlicher Genehmigung: Rhomtuft GmbH

 Folgende Eigenschaften zeichnen die Baumwolle aus:

  • hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit
  • sehr gute Spinnbarkeit
  • gute Feuchtigkeitsaufnahme
  • Baumwollstoffe sind subjektiv sehr hautfreundlich (sie „kratzen“ nicht) und gelten hinsichtlich ihres Allergiepotentials als äußerst verträglich.
  • geringe Bauschkraft
  • knitteranfällig
  • neigt zur Stockfleckenbildung (dunkle Flecken durch Schimmelbefall bei feuchter Lagerung)

Garnkonstruktionen bei Baumwolle

Garnkonstruktionen bei Baumwolle

Um die geringe Bauschkraft der Baumwolle auszugleichen, wird für solche Teppiche eine große Menge des Materials eingesetzt. Ferner benutzt man spezielle Garnkonstruktionen, um ein flauschiges Volumen und eine hohe Bauschfähigkeit zu erreichen.

Bei der Baumwolle unterscheidet man:

Einfachgarne

Sie werden in einem Spinnprozess aus aufgelösten und längsorientierten Baumwollfasern durch echte Drehung zu einem endlosen Verband verdrillt.

Qualitätsunterschiede ergeben sich

  • aus dem eingesetzten Rohmaterial
    • Kurzstapel (20 bis 25 mm) = einfach, preiswert
    • Mittelstapel (25 bis 35 mm) = Mittelqualität, für viele Produkte einsetzbar
    • Langstapel (über 35 mm) = wertvoll, für Spitzenprodukte
  • aus der Spinnerei-Vorbereitung
    • kardierte Garne (Baumwollflocken werden bis zur Einzelfaser aufgelöst und parallelisiert) = haarig, flusig, wenig glatt, nur relativ grobe Garne
    • gekämmte Garne (zusätzlich wird der Kurzfaseranteil ausgekämmt) = glatt, gleichmäßig, fein spinnbar
  • aus dem Spinnverfahren
    • Ringgarne (auf der Ringspinnmaschine hergestellt) = glatt, fest, fein spinnbar
    • Rotorgarne (Offen-End-Garne - auf der Rotorspinnmaschine hergestellt) = weniger glatt, weniger fest, weniger fein spinnbar

Zwirne

Zwei oder mehrere Garne werden in einem weiteren Prozess miteinander verdreht. Ein Zwirn besitzt im Vergleich zu einem Einfachgarn eine Reihe von Vorteilen:

  • Ein Zweifachzwirn hat je nach Konstruktion ungefähr 20% mehr Reißfestigkeit und mehr Dehnung als die 2 einfachen Garne zusammen aber auch als das entsprechend dickere Einfachgarn
  • Stoffe aus glatten Zwirnen sind gleichmäßiger
  • Zwirne sind bei Normaldrehung voluminöser, d.h. die daraus gefertigte Ware deckt besser
  • Mit Zwirnen kann ein weicherer, angenehmerer Griff der Ware erreicht werden
  • Die Stoffe sind scheuerfester und formstabiler

Faserstoffe aus synthetischen Polymeren

Polyester

Polyester ist eine Faser aus synthetischen Polymeren – die Synthesefaser mit der weltweit größten Bedeutung.

Die besonderen Eigenschaften sind:

  • Polyesterfasern sind 100% nassfest
  • hohe Laugen- & Säurebeständigkeit
  • hohe Elastizität
  • gute Lichtbeständigkeit
  • strapazierfähig
  • gute Formbeständigkeit
  • läuft nicht ein
  • trocknet schnell
  • die Hitzebeständigkeit ist deutlich geringer als die der Baumwolle
  • Polyester neigt etwas zur Pillingbildung (kleine Knötchen an der Warenoberfläche)
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Mit freundlicher Genehmigung: Rhomtuft GmbH

Polyacryl


Eigentlich Polyacrylnitril ist eine Faser aus synthetischen Polymeren mit sehr wollähnlichen Eigenschaften.
Eigenschaften:

  • leichtes Gewicht
  • hohe Bauschfähigkeit
  • licht- und wetterbeständig
  • weich und warm
  • filzfrei
  • läuft nicht ein
  • trocknet schnell
  • erhöhte Pillingneigung
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Mit freundlicher Genehmigung: Rhomtuft GmbH

Polyamid


Polyamid ist eine Faser aus synthetischen Polymeren mit sehr hoher Verschleißfestigkeit.
Eigenschaften:

  • sehr hohe Reiß-, Scheuer- und Biegefestigkeit
  • elastisch
  • formbeständig
  • knitterarm
  • trocknet weniger schnell als die meisten synthetischen Faserstoffe
  • geringe Lichtbeständigkeit

Polypropylen


Polypropylen ist eine Faser aus synthetischen Polymeren. Sie ist eine glatte, leichte Faser, die keine Feuchtigkeit aufnimmt.
Eigenschaften:

  • leichtes Gewicht
  • läuft nicht ein
  • trocknet schnell

Garnkonstruktionen bei Fasern aus synthetischen Polymeren

Garnkonstruktionen bei Fasern aus synthetischen Polymeren

Alle Chemiefasern stehen nach der „Erspinnen“ (Primärspinnprozeß) zunächst als „endlose Fasern“ zur Verfügung (Filamente).

Monofile Filamente

Relativ dicke Einzelfasern nennt man Monofile. Monofilfasern sind robust, relativ hart und weniger elastisch und werden für Badteppiche nicht eingesetzt.

Multifile Filamente

Garne aus einem Bündel aus vielen (feinen) Fasern nennt man multifil. Multifile Filamentgarne können zielgerichtet für ihren späteren Verwendungszweck konstruiert werden:

  • weich geschmeidig oder robust
  • glatt glänzend oder bauschig matt
  • sehr fein oder sehr voluminös

Spinnfasergarne

Um Chemiefasern ein naturfaserähnliches Aussehen und entsprechende Eigenschaften zu geben, werden endlose Filamente zu Spinnfasergarnen verarbeitet. Hierzu werden sie zunächst auf geeignete Stapellängen geschnitten und anschließend mechanisch zu einen Garn versponnen. Diese Garne sind im Vergleich zu ähnlich konstruierten (mutlifilen) Filamentgarnen stumpfer/matter und häufig auch etwas weicher.

Texturierte Garne

Volumen, Bauschkraft und Elastizität können bei Fasern aus synthetischen Polymeren durch „Texturieren“ erhöht werden. Dabei wird den Fasern eine dauerhafte längsorientierte Wellung (Kräuselung) vermittelt.

Heat-Set-Zwirne

Bei Zwirnen aus synthetischen Faserstoffen können die thermoplastischen Eigenschaften dieser Substanzen zur weiteren Qualitätssteigerung genutzt werden. Für Teppiche werden häufig sog. „Heat-Set-Kräuselzwirne“ eingesetzt. Garne und Zwirne haben die natürliche Neigung, sich im Gebrauch entgegen der ursprünglichen Drehrichtung aufzudrehen – vor allem an offenen Schnittenden, wie sie bei Schnittflor-Teppichen (Velours, Samt) vorkommen.

Um dies zu vermeiden können Garne/Zwirne durch Hitzeeinwirkung fixiert werden. Die ist besonders interessant, wenn gekräuselte Zwirne eingesetzt werden sollen. Kräuselzwirne sind stark überdrehte Zwirne (bis 2.500 T/m), die sich etwas zusammenziehen und eine kreppartige Struktur bilden. Die daraus gefertigten Teppiche zeichnen sich durch hohe Verschleißfestigkeit und eine ausgezeichnete Bauschelastizität aus. Oft werden bei Kräuselzwirnen noch zusätzlich Farbeffekte erzeugt.

Andere Materialien

Für Teppiche werden noch viele andere Textilrohstoffe eingesetzt, die aber bei Badteppichen keine Bedeutung haben.

Derzeit werden Teppiche angeboten, die aus Materialmischungen Baumwolle/Bambus bestehen. Hierbei muss man unterscheiden zwischen „Bambusfasern“, die im gültigen Textilkennzeichnungsgesetz noch keine Berücksichtigung finden und sog. Regeneratfasern, bei denen der Zelluloseanteil von Bambus gelöst und in Form einer Chemiefaser auf Zellulosebasis (wie Viskose) Filamente ersponnen werden. Hier ist ein Unterschied zu herkömmlichen Viskosefasern nicht erkennbar.